Kritiken
Sonnige Bilder ohne Konflikte
Das Motiv, welches auf reine Formen und bildliche Spuren, die menschliche Anwesenheit erahnen lassen, reduziert wird, hebt sich von einem kräftigen Farbenmeer ab.
Im Vordergrund das Gelb, das mit seinen warmen Abweichungen und variierenden Farbtönen wie eine offene Tür zur Freiheit wirkt. Dann die feinen Abweichungen des Blaus, die einen großen Teil des Bildes einnehmen und das Werk mit kalter Macht und tiefer Heiterkeit erfüllen. So wird die Darstellung eines äußerlichen Raumes Ausdruck eines ebenso intimen, wie geheimnisvollen, inneren Raumes. Kräftig, stark und energisch, mehr denn je vor Leben sprühend, Lebensglück vermittelnd, gibt uns die Malerei von Eneida de Lücke Kraft; sie lässt uns gegen Ende unseres tristen Winters erwachen ...
Wir dürfen am Fuße des Mont Ventoux in der betörenden Abendstimmung, die sich friedlich verewigt, spazierengehen, es sei denn, wir ziehen es vor, im Hafen von Grimaud umherzuflanieren oder über blauen, steilen Buchten, die mit ihrer Wärme, ihrem Türkis und ihrer Unermesslichkeit bezaubern, zu schweben. Meisterhaft und vielfältig, beeindruckend und formenreich, verbirgt Eneida de Lücke Schätze, aus denen jeder, der eine aus dem Lavendelduft der Hochebenen, der andere aus den Meerlandschaften oder aus der Strenge rauher Hügel den Glanz der Farben und des Glückes schöpfen kann, der unseren Alltag begeistert und uns ausgelassene Freude verleiht.
Michèle Poulet
(Dozentin für Kunstgeschichte)
Fleuriel/ Frankreich
Impressionen von Eneida de Lücke: Großer Schwung und klare Farben
Die Arbeiten zeigen Landschaften auc Südfrankreich. Sie wirken kraftvoll. Großartiger Schwung vermittelt die Grundbewegung des konstruktiven Bildaufbaus. Kein Zweifel, Logik ist unverkennbar in ihren Bildern mit den kräftigen Pinselimpulsen. Dabei wirkt die Reduktion auf eine klare Formenwelt nicht plakativ oder flach. Menschliches Leben scheint durch die in die Bildkomposition eingebrachten Bauwerke angedeutet. Gelb und Blau und Blau scheinen vorzuherrschen. Man kann sich auf ihren Bildern auf gelben, scheinbar hart bestrahlten Weg durch Lavendelfelder, deren Duft sich trotz der reduzierten Darstellung, vielleicht durch das Spiel der nuancierten Blauflecke erahnen lässt, durch die Landschaft auf den Weg machen zu jenen Behausungen, deren Wände unter rotem Dach das Licht zu reflektieren scheinen und Blick und Gedanken auf die Reise schicken in das tiefe Blau von Horizont und Himmel. Sie stimmt optimistisch, diese Welt aus Farbe und Licht und lädt ein, sich ihrem Schwung anzuvertrauen.
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